Eulerhof Zöller
Alter Kannenofen unter Denkmalschutz

Michael Gerharz/ Jürgen Reusch

In der Töpferstraße der Stadt Ransbach-Baumbach erwarten den interessierten Besucher im Eulerhof Zöller in einer Töpfergalerie nicht nur erstklassige, mit viel Geschmack und Phantasie präsentierte traditionelle und moderne Keramikerzeugnisse. Das der Töpferei gegenüberliegenden Gebäude beherbergt eine historische Kostbarkeit: Den alten Kannenofen aus dem Jahre 1632. In diesem, heute unter Denkmalschutz stehenden Ofen wurden jahrzehntelang, ja über Jahrhunderte Tongefäße gebrannt.
Im Jahre 1886 gründete der Töpfer Jakob Zöller nach dem Erwerb des Wohnhauses, der Werkstatt und des Kannenofens die Firma, die auch heute noch in Familienbesitz durch Michael Gerharz, den Urenkel des Gründers, betrieben wird. Sie stellte früher überwiegend grau-blaue Steinzeugtöpfe her, während heute versucht wird, mit neuen Formen und Farben der Entwicklung des Marktes zu folgen. In dem historischen Kannenofen wurden früher alle 14 Tage jeweils 9.000 bis 10.0001 Steinzeugware gebrannt. Ein Brand dauerte im Mittel ca. 48 Stunden.


Querschnitt des Kannenofens nach Prof. HeribertSode, 1979


Innenansicht des alten Kannenofens

Dazu wurden in den ersten 12 Stunden ca. 50 Zentner Briketts, danach 25 bis 30 Raummeter Buchenholzscheite verfeuert, um die für die Sinterung und die Salzglasur erforderliche Temperatur von 1250 bis 1280 Grad zu erzielen. Für die Salzglasur waren für einen Brand in diesem Ofen drei Zentner Salz nötig. Das Salz wurde von oben in den Ofen gebracht. Ins Einzelne gehende Erläuterungen der Funktion des Ofens erhalten Besucher im Rahmen von Führungen, die nach vorheriger Anmeldung gegen ein Entgelt von 2 EUR angeboten werden. Aber auch andere Fragen über Herstellung und Vertrieb von Keramik wird bei dieser Gelegenheit geantwortet. Eine Werkstattbesichtigung und, wenn gewünscht, ein Blick in das private kleine Töpfermuseum runden den Besuch im Eulerhof ab.

Quellen:
Broschüre Eulerhof Zöller mit neuer Töpfergalerie nach alter Tradition.
Franz Baaden, Ransbach-Baumbach; Salzbrand. Herausgegeben von Karl-Jürgen Wilbert, Hauptgeschäftsführer. Schriftenreihe der Handwerkskammer Koblenz. Band 2. Koblenz 1983

 
www.dzk-kannenbaeckerland.de

letzte Änderung: 07.03.2010